Google Optimize und Datenschutz: Das Tool ist tot, der Google-Request lebt weiter

Google Optimize taucht im Datenschutz-Scan auf – obwohl das Tool seit Oktober 2023 offiziell abgeschaltet ist. Das klingt paradox, hat aber eine einfache Erklärung: Der Einbindungscode wurde damals installiert und seitdem nicht entfernt. Das Skript lädt weiterhin, baut eine Verbindung zu Google-Servern auf und überträgt dabei die IP-Adresse deiner Besucher. Das Tool selbst tut nichts mehr – aber der Request passiert trotzdem.

Überblick

Was ist Google Optimize?

Google Optimize war ein kostenloses A/B-Testing-Tool von Google. Website-Betreiber konnten damit verschiedene Versionen einer Seite gegeneinander testen, um herauszufinden, welche Variante besser funktioniert. Das Tool war über ein JavaScript-Snippet in die Website eingebunden und arbeitete eng mit Google Analytics zusammen. Google hat Google Optimize zum 30. September 2023 endgültig abgeschaltet – seitdem läuft kein einziger Test mehr.

Google Optimize – DSGVO-Risiko
Cookies🔴Das Optimize-Snippet setzte Tracking-Cookies – bei veralteten Einbindungen können diese noch im Browser landen.
Externe Verbindungen🔴Das Skript baut eine Verbindung zu Google-Servern auf, solange der Code auf der Website eingebunden ist.
Datenschutzerklärung🔴Solange der Code aktiv ist, muss Google als Datenempfänger benannt werden.
Drittlandtransfer🔴Google-Server liegen unter anderem in den USA.
Auftragsverarbeitung🔴Google verarbeitete Besucherdaten im Auftrag – ein AVV war und ist erforderlich, solange Code aktiv ist.
Benutzereingaben🟢Google Optimize hat selbst keine Formulare verarbeitet.

Live-check

Was lädt deine Website, bevor jemand zustimmt?

Kostenlos. Ohne Anmeldung. Ergebnis in 60 Sekunden.

Jetzt prüfen

Datenverarbeitung

Was passiert, wenn das Google-Optimize-Snippet noch auf der Website ist?

Beim Aufruf einer Seite, auf der das Optimize-Snippet noch eingebunden ist, wird das Skript von Google-Servern geladen. Dabei wird die IP-Adresse des Besuchers an Google übertragen – unabhängig davon, ob Google Optimize noch funktioniert oder nicht.

Das Skript versucht, eine Verbindung herzustellen, und genau diese Verbindung ist das Problem. Google hat das Tool abgeschaltet, der Request passiert aber trotzdem. Für deine Besucher bedeutet das: Ihre IP-Adresse landet bei Google, ohne dass sie dem zugestimmt haben und ohne dass dafür ein technischer Grund besteht.

Google Optimize und Datenschutz: Datenübertragung zu Google-Servern in den USA – auch nach der Abschaltung
Solange das Google-Optimize-Snippet auf der Website eingebunden ist, baut jeder Seitenaufruf eine Verbindung zu Google-Servern auf und überträgt dabei die IP-Adresse deiner Besucher – obwohl das Tool selbst seit Oktober 2023 abgeschaltet ist.

Cookies

Setzt das Google-Optimize-Snippet noch Cookies?

Das Optimize-Snippet war so konzipiert, dass es Cookies wie _gaexp und _opt_awcid gesetzt hat, um Besucher Test-Varianten zuzuordnen. Ob diese Cookies nach dem Abschalten noch gesetzt werden, hängt vom jeweiligen Browser-Cache und der genauen Snippet-Version ab.

Sicher ist: Das Snippet hat in aktiver Zeit Tracking-Cookies gesetzt, die ohne Zustimmung nicht gesetzt werden durften. Solange der Code noch auf der Website eingebunden ist, besteht das Risiko, dass Cookie-Scanner diesen Code als problematisch melden – was korrekt ist.

Externe Verbindungen

Baut die Website noch Verbindungen zu Google auf?

Ja – das Optimize-Snippet lädt ein Skript von www.googleoptimize.com oder www.google-analytics.com. Diese Verbindung baut sich bei jedem Seitenaufruf auf, solange der Code im WordPress-Theme oder über ein Plugin eingebunden ist. Sie passiert ohne aktive Handlung des Besuchers, und es gibt keinen funktionalen Grund mehr dafür, weil das Tool selbst nicht mehr arbeitet. Das ist der Kern des Problems: Ein toter Dienst, der noch immer Daten überträgt.

Benutzereingaben

Hat Google Optimize Formulardaten oder Eingaben verarbeitet?

Google Optimize hat selbst keine Formulardaten oder Benutzereingaben verarbeitet. Das Tool hat ausschließlich beobachtet, welche Seitenvariante ein Besucher zu sehen bekommt, und diese Information für Testergebnisse genutzt. Dieser Punkt ist für das abgeschaltete Tool nicht relevant – der Code tut inhaltlich nichts mehr.

Drittlandtransfer

Werden Daten durch das Snippet in die USA übertragen?

Google Optimize hat Daten an Google-Server übertragen, die sich unter anderem in den USA befinden. Dieser Transfer passiert technisch immer noch, solange das Snippet auf der Website eingebunden ist und das Skript von Google-Servern geladen wird. Die USA gelten datenschutzrechtlich als unsicheres Drittland außerhalb der EU. Auch wenn Google Optimize selbst keine Tests mehr durchführt, bleibt der IP-Übertrag beim Skript-Laden bestehen.

Auftragsverarbeitung

Braucht es für Google Optimize einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Google Optimize hat Besucherdaten im Auftrag des Website-Betreibers verarbeitet – dafür war ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Google erforderlich. Da das Tool abgeschaltet wurde und kein Betrieb mehr stattfindet, ergibt ein neuer AVV-Abschluss keinen Sinn.

Die richtige Maßnahme ist die vollständige Entfernung des Codes. Solange der Code noch auf der Website aktiv ist und Verbindungen aufbaut, besteht formal weiterhin eine Datenverarbeitung – der einfachere und sauberere Weg ist die Code-Entfernung.

Datenschutzerklärung

Muss Google Optimize in der Datenschutzerklärung stehen?

Google Optimize muss so lange in der Datenschutzerklärung stehen, wie das Snippet auf der Website eingebunden ist und Verbindungen zu Google-Servern aufbaut. Sobald der Code vollständig entfernt ist, kann der Eintrag aus der Datenschutzerklärung gestrichen werden. Wer beides gleichzeitig macht – Code entfernen und Datenschutzerklärung aktualisieren – ist auf der sicheren Seite.

TEXTVORSCHLAG FÜR DEINE DATENSCHUTZERKLÄRUNG
Unverbindliches Beispiel — ersetzt keine Rechtsberatung. Passe ihn an deine Nutzung an.

Wir nutzen Google Optimize.

Google Optimize setzt beim Laden der Website Cookies bzw. ähnliche Kennungen ein und baut eine Verbindung zu Servern von Google auf. Beides ist nicht technisch notwendig und erfolgt auf Grundlage deiner Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Dabei können unter anderem die IP-Adresse sowie Browser- und Geräteinformationen verarbeitet werden. Du kannst deine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Im Rahmen der Nutzung von Google Optimize werden Daten an Google übermittelt. Soweit Google diese Daten in unserem Auftrag verarbeitet, besteht ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO.

Fehler

Welche Fehler kommen bei Google Optimize in unseren DSGVO-Checks am häufigsten vor?

Google Optimize taucht bei 1 % der Websites auf, die unser DSGVO-Scanner bisher geprüft hat. Dabei wurden folgende Fehler festgestellt:

1
Fehlende Einträge in der Datenschutzerklärung
100 %

Prozentangaben beziehen sich auf Websites, bei denen Google Optimize gefunden wurde.

DSGVO-Check

Woran erkennst du, ob das Google-Optimize-Snippet noch aktiv ist?

Du kannst prüfen, ob deine Website noch Verbindungen zu www.googleoptimize.com oder optimize.google.com aufbaut. Öffne dafür im Browser die Entwicklertools (F12), gehe zum Tab „Netzwerk“ und lade die Seite neu. Filtere nach diesen Domains. Wenn du dort Einträge siehst, ist das Snippet noch aktiv.

Alternativ prüfe direkt im WordPress-Backend: Schau in deinen Theme-Optionen, in den Header-/Footer-Einstellungen deines Themes und im Google Tag Manager, ob dort Code mit „googleoptimize“ oder „optimize.js“ hinterlegt ist.

Datenschutz-Scan

Quellen und weiterführende Links