Campaign.Plus und Datenschutz: Warum der Newsletter-Versand einen Vertrag erfordert

Campaign.Plus ist eine E-Mail-Marketing-Software aus Deutschland – kein US-Dienst, kein Drittlandtransfer, Serverstandort EU. Trotzdem gibt es beim Einsatz auf einer WordPress-Website konkrete Datenschutzpflichten: Abonnentendaten landen auf den Servern von Campaign.Plus, ein Vertrag mit dem Anbieter ist Pflicht, und die Datenschutzerklärung muss angepasst werden.

Überblick

Was ist Campaign.Plus?

Campaign.Plus ist eine deutsche E-Mail-Marketing-Software der Campaign.Plus GmbH aus Simbach am Inn. Mit dem Dienst erstellen Website-Betreiber Newsletter-Kampagnen, verwalten Abonnenten und binden Anmeldeformulare auf ihrer Website ein. Besonders ist das Blockchain-basierte Double-Opt-in-Verfahren, das die Einwilligung der Abonnenten fälschungssicher dokumentiert.

Campaign.Plus – DSGVO-Risiko

KriteriumRisikoEinschätzung
Cookies🟢Das Anmeldeformular setzt keine Cookies im Browser der Besucher.
Externe Verbindungen🔴Beim Absenden des Formulars werden Daten direkt an Campaign.Plus übertragen.
Datenschutzerklärung🔴Campaign.Plus muss namentlich in der Datenschutzerklärung erwähnt werden.
Drittlandtransfer🟢Daten werden auf Servern in der EU (Deutschland) gespeichert.
Auftragsverarbeitung🔴Ein Vertrag mit Campaign.Plus GmbH ist erforderlich.
Benutzereingaben🔴Das Anmeldeformular erfasst mindestens die E-Mail-Adresse, ggf. weitere Daten.

Datenverarbeitung

Was passiert mit den Daten deiner Newsletter-Abonnenten?

Wenn jemand auf deiner Website das Newsletter-Anmeldeformular von Campaign.Plus ausfüllt und abschickt, wandern seine Daten direkt zu Campaign.Plus. Mindestens die E-Mail-Adresse, je nach Formular auch Name, Mobilnummer oder weitere Felder, landen auf den Servern der Campaign.Plus GmbH in Deutschland. Dort verarbeitet Campaign.Plus diese Daten in deinem Auftrag: versendet deine Newsletter, wertet Öffnungsraten und Klicks aus und dokumentiert die Einwilligung des Abonnenten per Blockchain.

Für WooCommerce-Shops geht das weiter: Das Campaign.Plus WooCommerce-Plugin synchronisiert Kundendaten, Bestellungen und Produkte automatisch mit Campaign.Plus – also auch Daten von Personen, die keinen Newsletter abonniert, sondern einfach einkauft haben. Das ist technisch praktisch, erhöht aber den Datenschutzaufwand deutlich.

Campaign.Plus und DSGVO: Datenübertragung zu Campaign.Plus GmbH Server in Deutschland
Wenn jemand das Anmeldeformular abschickt, gehen die Daten direkt zu Campaign.Plus – dein Cookie-Banner kann das nicht verhindern, weil die Übertragung erst durch die aktive Eingabe des Besuchers entsteht.

Cookies

Setzt Campaign.Plus Cookies auf meiner Website?

Das Campaign.Plus-Anmeldeformular setzt keine Cookies im Browser deiner Besucher. Das Formular schickt die eingegebenen Daten beim Absenden direkt an Campaign.Plus – ohne dabei etwas im Browser zu speichern. Dein Cookie-Banner muss für Campaign.Plus nichts blockieren.

Externe Verbindungen

Baut Campaign.Plus Verbindungen zu externen Servern auf?

Wenn jemand das Newsletter-Anmeldeformular auf deiner Website abschickt, stellt sein Browser eine direkte Verbindung zu app.campaign.plus her und überträgt die eingegebenen Daten dorthin. Diese Verbindung entsteht erst durch die aktive Handlung des Besuchers – dein Cookie-Banner kann sie nicht blockieren, weil das Formular bereits ausgefüllt und abgesendet wurde.

Was das für dich bedeutet: Direkt beim Anmeldeformular muss ein gut sichtbarer Hinweis stehen, dass die eingegebenen Daten an Campaign.Plus weitergegeben werden. Ein Link zu deiner Datenschutzerklärung reicht dafür aus. Außerdem brauchst du einen Vertrag mit Campaign.Plus GmbH – dazu mehr im Abschnitt Auftragsverarbeitung.

Campaign.Plus auf deiner Website? DSGVO-Check in 60 Sekunden.

Gib deine Domain ein und sieh sofort, was los ist.

→ Datenschutz-Check starten

Benutzereingaben

Welche Daten geben Besucher über das Campaign.Plus-Formular ein?

Das Campaign.Plus-Anmeldeformular erfasst mindestens die E-Mail-Adresse des Besuchers. Du kannst das Formular in Campaign.Plus so konfigurieren, dass zusätzliche Felder abgefragt werden: Name, Mobilnummer, Geburtsdatum, benutzerdefinierte Felder. Alle eingegebenen Daten werden beim Absenden direkt an Campaign.Plus übertragen und dort gespeichert.

Beim WooCommerce-Plugin werden zusätzlich Bestelldaten, Produkte und Kundendaten automatisch synchronisiert – also auch Daten von Kunden, die das Formular nie ausgefüllt haben.

Drittlandtransfer

Werden Abonnentendaten in Länder außerhalb der EU übertragen?

Campaign.Plus speichert die Daten deiner Newsletter-Abonnenten auf Servern in Deutschland. Ein Transfer in Länder außerhalb der EU findet durch Campaign.Plus GmbH selbst nicht statt. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen US-amerikanischen Newsletter-Diensten.

Auftragsverarbeitung

Brauche ich einen Vertrag mit Campaign.Plus?

Campaign.Plus verarbeitet die Daten deiner Newsletter-Abonnenten in deinem Auftrag. Das bedeutet: Du bleibst datenschutzrechtlich verantwortlich, Campaign.Plus handelt nur nach deinen Vorgaben. Für dieses Verhältnis schreibt die DSGVO einen schriftlichen Vertrag vor – einen sogenannten Auftragsverarbeitungsvertrag.

Campaign.Plus GmbH selbst empfiehlt in seiner Dokumentation, diesen Vertrag abzuschließen. Der Abschluss läuft über den Campaign.Plus-Support – schreibe dazu eine E-Mail an support@campaign.plus und frage nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag. Ohne diesen Vertrag fehlt die rechtliche Grundlage für den gesamten Newsletter-Betrieb.

Datenschutzerklärung

Muss Campaign.Plus in meiner Datenschutzerklärung stehen?

Campaign.Plus muss namentlich in deiner Datenschutzerklärung stehen. Wenn Besucher sich über das Formular anmelden, gibst du ihre Daten an Campaign.Plus weiter – das muss transparent gemacht werden. Für den Eintrag brauchst du folgende Angaben:

  • Zweck: Versand und Auswertung von Newsletter-Kampagnen
  • Rechtsgrundlage: Einwilligung des Abonnenten
  • Empfänger: Campaign.Plus GmbH, Schulgasse 5, 84359 Simbach am Inn
  • Drittlandtransfer: Keiner – Daten werden auf EU-Servern in Deutschland gespeichert
  • Speicherdauer: Solange das Newsletter-Abonnement aktiv ist

Textvorschlag für deine Datenschutzerklärung

Dieser Textvorschlag ist ein unverbindliches Beispiel und ersetzt keine Rechtsberatung. Passe ihn an deine konkrete Nutzung an.

Campaign.Plus – Newsletter-Versand

Für den Versand unseres Newsletters nutzen wir Campaign.Plus, einen Dienst der Campaign.Plus GmbH, Schulgasse 5, 84359 Simbach am Inn. Wenn du dich für unseren Newsletter anmeldest, werden deine dabei eingegebenen Daten – mindestens deine E-Mail-Adresse – an Campaign.Plus übertragen und dort auf Servern in Deutschland gespeichert.

Campaign.Plus versendet die Newsletter in unserem Auftrag und wertet Öffnungsraten und Klicks pseudonymisiert aus. Die Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden, zum Beispiel über den Abmeldelink in jedem Newsletter. Wir haben mit Campaign.Plus GmbH einen Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen. Weitere Informationen: Datenschutzerklärung Campaign.Plus.

Alternative

Gibt es eine datenschutzfreundlichere Alternative zu Campaign.Plus?

MailPoet ist ein aktiv gewartetes WordPress-Plugin, das Newsletter-Anmeldeformulare und den kompletten E-Mail-Versand direkt aus WordPress heraus ermöglicht. Wenn du MailPoet mit eigenem Versandweg betreibst – etwa über den SMTP-Server deines Hostings –, bleiben alle Abonnentendaten lokal in deiner WordPress-Datenbank. Es gibt keine Verbindung zu externen Servern beim Formularabsenden, keinen Drittlandtransfer und keinen Anbieter, mit dem du einen Vertrag abschließen musst.

Das ist datenschutzrechtlich einfacher als Campaign.Plus: Statt Daten an einen externen Dienst zu übertragen, liegen sie bei dir. Der Funktionsumfang – Anmeldeformulare, automatisierte E-Mails, Segmentierung – ist vergleichbar. MailPoet bietet auch einen eigenen kostenpflichtigen Versanddienst an; wenn du den nutzt, gelten für diesen Dienst dann eigene Datenschutzpflichten.

Fehler

Die häufigsten Datenschutzfehler mit Campaign.Plus

Der häufigste Fehler ist das Fehlen des Vertrags mit Campaign.Plus GmbH. Viele Betreiber richten das Formular ein, starten den Newsletter – und haben nie nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag gefragt. Ohne diesen Vertrag fehlt die rechtliche Grundlage für den gesamten Betrieb.

Der zweite häufige Fehler: Kein Hinweis direkt beim Anmeldeformular. Das Formular überträgt beim Absenden Daten an Campaign.Plus – direkt daneben oder darunter muss ein Hinweis stehen, dass das passiert, und ein Link zur Datenschutzerklärung. Ein allgemeiner Datenschutz-Link irgendwo im Footer reicht dafür nicht.

Beim WooCommerce-Plugin kommt ein dritter Fehler dazu: Die automatische Synchronisierung von Bestelldaten und Kundendaten an Campaign.Plus bleibt oft unbemerkt – und damit auch der fehlende Hinweis in der Datenschutzerklärung für diese Datenübertragung.

DSGVO-Check

Woran erkennst du, ob Campaign.Plus auf deiner Website aktiv ist?

Campaign.Plus verrät sich über das Ziel des Anmeldeformulars. Öffne die Seite, auf der dein Newsletter-Formular eingebettet ist, klicke mit der rechten Maustaste auf das Formular und wähle „Seitenquelltext anzeigen“ oder „Element untersuchen“ . Suche darin nach app.campaign.plus/webform/ – wenn du diese Adresse findest, ist Campaign.Plus auf deiner Website aktiv und Formulardaten werden beim Absenden dorthin übertragen.

Alternativ kannst du einen automatisierten Datenschutz-Scan nutzen, der deine Website direkt prüft und erkannte Dienste auflistet.


Quellen und weiterführende Links

Dein DSGVO-Ergebnis in 60 Sekunden?

Gib deine Domain ein – du siehst, welche Plugins, Dienste und externen Verbindungen auffallen, und bekommst eine Gesamteinschätzung.

→ Datenschutz-Check starten