Magento und Datenschutz: Wann aus deinem Shop ein Fall für Adobe in den USA wird
Magento ist im Kern unproblematisch: Die Cookies, die die Software selbst setzt, sind für Warenkorb und Login da und brauchen keine Einwilligung deiner Besucher. Spannend wird es erst, wenn du eine bestimmte Zusatzfunktion aktivierst – dann taucht plötzlich ein US-Anbieter auf, der das Verhalten deiner Besucher auswertet.
Überblick
Was ist Magento?
Magento ist eine Software, mit der du einen eigenen Onlineshop betreibst – entweder als kostenlose Version (Magento Open Source), die du selbst auf deinem eigenen Server installierst, oder als kostenpflichtige Cloud-Variante von Adobe namens Adobe Commerce. Beide Varianten bringen Warenkorb, Kundenkonto und Bestellprozess von Haus aus mit.
| Magento – DSGVO-Risiko | ||
|---|---|---|
| Cookies | 🟢 | Nur technisch notwendige Cookies für Warenkorb und Login. |
| Externe Verbindungen | 🟡 | Nur wenn du die Produktempfehlungen von Adobe aktivierst. |
| Datenschutzerklärung | 🟡 | Adobe nur bei aktivierten Produktempfehlungen nötig. |
| Drittlandtransfer | 🟡 | Nur bei aktivierten Produktempfehlungen, Ziel USA. |
| Auftragsverarbeitung | 🟡 | Vertrag mit Adobe nur bei aktivierten Produktempfehlungen. |
| Benutzereingaben | 🔴 | Registrierung, Bestellung, Kontaktformular, Produktbewertung. |
| KI-Verarbeitung | 🟡 | Nur bei aktivierten Produktempfehlungen von Adobe. |
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Datenverarbeitung
Was macht Magento mit den Daten deiner Shop-Besucher?
Magento selbst braucht für die Grundfunktionen keine einzige externe Verbindung – Warenkorb, Login und Bestellprozess laufen komplett auf deinem eigenen Server oder in deiner Adobe-Commerce-Cloud-Instanz, ohne dass Daten deiner Besucher irgendwo anders landen.
Das ändert sich, sobald du die Produktempfehlungen von Adobe Commerce aktivierst: Das Zusatzmodul schickt dann automatisch das Verhalten deiner Besucher – welche Produkte sie ansehen, was im Warenkorb landet, was sie schon gekauft haben – an Adobe, wo eine KI namens Adobe Sensei daraus Empfehlungen wie „Andere Kunden kauften auch“ berechnet. Diese Übertragung geht in die USA, weil Adobe dort sitzt. Installierst du das Modul nicht, bleibt es bei einer reinen Selbst-Hosting-Situation ohne diesen Datenabfluss.
Ganz unabhängig davon sammelt dein Shop natürlich die Eingaben deiner Besucher: Wer sich registriert, bestellt oder dir über das Kontaktformular schreibt, gibt Name, Adresse und E-Mail-Adresse ein. Diese Daten bleiben innerhalb deines Shops und fließen nicht automatisch an einen Dritten ab, außer du bindest selbst einen externen Versand- oder Zahlungsdienstleister ein.
Ob du für die Produktempfehlungen einen eigenen Vertrag mit Adobe brauchst, hängt an genau dieser einen Einstellung: Aktivierst du das Modul, wird Adobe zum Auftragsverarbeiter für die dabei anfallenden Daten und muss namentlich in deine Datenschutzerklärung.

Cookies
Setzt Magento zustimmungspflichtige Cookies?
Magento setzt keine Cookies, die eine Einwilligung brauchen. Cookies wie form_key, section_data_ids oder die verschiedenen mage-Cookies sorgen nur dafür, dass Warenkorb, Login und Kundendaten während des Einkaufs funktionieren – laut der offiziellen Adobe-Commerce-Dokumentation zählen sie ausdrücklich zu den technisch notwendigen Cookies. Dieser Cookie ist technisch notwendig und braucht keine Zustimmung im Cookie-Banner.
Externe Verbindungen
Baut Magento automatisch Verbindungen zu externen Anbietern auf?
Im Grundzustand nicht: Magento läuft entweder komplett auf deinem eigenen Server oder in der Adobe-Commerce-Cloud, ohne dass dabei automatisch Daten an Dritte gehen. Das ändert sich nur, wenn du das Zusatzmodul für Produktempfehlungen aktivierst – das gibt es ausschließlich in Adobe Commerce, nicht in der kostenlosen Magento-Open-Source-Version. Ist das Modul aktiv, baut jede Produktseite automatisch eine Verbindung zu Adobe auf und überträgt das Verhalten deiner Besucher dorthin. Dein Cookie-Banner muss diese Verbindung blockieren, bis der Besucher zustimmt.
Benutzereingaben
Was passiert mit den Daten, die Besucher in Magento eingeben?
Wer sich in deinem Shop registriert, eine Bestellung abschließt, eine Produktbewertung schreibt oder dir über die Funktion „Produkt per E-Mail empfehlen“ einen Link schickt, gibt aktiv Daten wie Name, Adresse und E-Mail-Adresse ein. Diese Angaben gehen erst raus, wenn das Formular abgeschickt wird – ein Cookie-Banner hilft hier nicht. Direkt beim Formular muss ein Hinweis auf deine Datenschutzerklärung stehen.
Drittlandtransfer
Werden Daten von Magento in die USA übertragen?
Standardmäßig nicht, solange du Magento Open Source selbst hostest oder Adobe Commerce ohne die Produktempfehlungen einsetzt. Aktivierst du das Empfehlungs-Modul, gehen Verhaltensdaten deiner Besucher an Adobe in die USA. Adobe hat sich gegenüber der EU verpflichtet, mit diesen Daten nach europäischen Datenschutzregeln umzugehen – das bestätigt die offizielle Teilnehmerliste des US-Handelsministeriums, in der neben Adobe auch die Magento-Gesellschaft selbst eingetragen ist.
Auftragsverarbeitung
Brauchst du für Magento einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
Bei reinem Selbst-Hosting nicht – dann bleiben alle Daten auf deiner eigenen Infrastruktur, niemand sonst verarbeitet sie in deinem Auftrag. Nutzt du dagegen die Produktempfehlungen von Adobe Commerce oder lässt deinen Shop direkt von Adobe hosten, wird Adobe zum Auftragsverarbeiter für die dabei anfallenden Daten. Adobe bietet für diesen Fall selbst einen entsprechenden Vertrag für Geschäftskunden an, den du abschließen musst.
KI-Verarbeitung
Verarbeitet Magento Besucherdaten mit künstlicher Intelligenz?
Nur wenn du die Produktempfehlungen aktivierst, die es ausschließlich in Adobe Commerce gibt. Die KI dahinter heißt Adobe Sensei und wertet aus, welche Produkte deine Besucher ansehen, in den Warenkorb legen oder bereits gekauft haben, um daraus automatische Empfehlungen wie „Andere Kunden kauften auch“ zu bauen. Ohne dieses Modul verarbeitet Magento keine Besucherdaten mit einer KI – Checkout und der restliche Shop funktionieren komplett ohne diese Funktion.
Datenschutzerklärung
Muss Magento in deine Datenschutzerklärung?
Magento selbst musst du nicht namentlich in deine Datenschutzerklärung aufnehmen – die Software läuft auf deiner eigenen Infrastruktur und verarbeitet keine Daten, die über deinen Shop hinausgehen. Sobald du die Produktempfehlungen aktivierst, ändert sich das: Dann muss Adobe namentlich in deine Datenschutzerklärung, weil in dem Moment Besucherdaten an Adobe in die USA gehen und dort mit einer KI verarbeitet werden.
Wir nutzen Magento.
Magento stellt beim Laden der Website eine Verbindung zu Servern von Adobe Inc. her, die nicht technisch notwendig ist und für die deine Einwilligung erforderlich ist. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Einwilligung). Dabei können unter anderem die IP-Adresse sowie Browser- und Geräteinformationen verarbeitet werden.
Wenn du über ein Formular von Magento deine Daten eingibst, werden diese durch ein KI-System verarbeitet und an Adobe Inc. übermittelt. Soweit Adobe Inc. die Daten in unserem Auftrag verarbeitet, besteht ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO.
DSGVO-Check
Warum lohnt sich ein DSGVO-Check für deinen Magento-Shop?
Ein Scan zeigt dir in wenigen Minuten, ob bei dir überhaupt die Produktempfehlungen von Adobe aktiv sind oder ob dein Shop komplett ohne externe Datenverbindungen läuft – das musst du sonst mühsam selbst in den Adobe-Commerce-Einstellungen nachschauen.
Jeder Scan, den wir bei einem Magento-Shop durchführen, hilft uns außerdem dabei, echte Verbindungen und Cookies zuverlässiger zuzuordnen – je mehr Shops wir sehen, desto genauer wird die Erkennung für alle, die danach scannen.

