Sentry auf deiner Website: Warum das Fehler-Tracking eine Einwilligung braucht

Sentry läuft im Hintergrund und meldet dir, wenn auf deiner Website etwas kaputtgeht – ziemlich praktisch für dich als Betreiber. Aus Datenschutzsicht ist die Sache aber nicht ganz so unauffällig, wie das Tool selbst arbeitet: Sobald es geladen wird, baut es automatisch eine Verbindung zu US-Servern auf, und die gilt laut Fachquellen als einwilligungspflichtig. Wer Sentry einsetzt, bekommt damit mehrere Pflichten auf einmal – lösbar, aber eben nicht nichts.

Überblick

Was ist Sentry?

Sentry ist ein Fehler- und Performance-Tracking-Tool für Websites und Apps. Ein kleines Skript läuft im Hintergrund mit und meldet an Sentry, sobald im Code ein Fehler auftritt oder etwas ungewöhnlich lange lädt – so finden Entwickler Probleme, bevor Besucher sich beschweren.

Sentry – DSGVO-Risiko
Cookies🟡Im Normalbetrieb keine, nur bei zugebuchter Aufnahme-Funktion ein Speichereintrag.
Externe Verbindungen🔴Baut bei jedem Seitenaufruf automatisch eine Verbindung zu Sentry-Servern auf.
Datenschutzerklärung🔴Muss namentlich genannt werden.
Drittlandtransfer🟡Standardmäßig USA, mit einer Einstellung auch Deutschland möglich.
Auftragsverarbeitung🔴Vertrag mit Sentry nötig, wird aber direkt angeboten.
Benutzereingaben🟢Sentry selbst hat keine Formulare oder Eingabefelder für Besucher.
KI-Verarbeitung🟡Nur bei aktivierter KI-Debugging-Funktion, die dann auch besucherbezogene Fehlerdaten einbezieht

Live-check

Was lädt deine Website, bevor jemand zustimmt?

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Datenverarbeitung

Was passiert mit den Daten deiner Besucher, wenn du Sentry einsetzt?

Sobald jemand deine Website aufruft, lädt der Browser automatisch das Sentry-Skript nach – diese Verbindung entsteht unabhängig davon, ob überhaupt ein Fehler passiert, und überträgt bereits dabei technische Daten wie die IP-Adresse an Sentry.

Kommt es dann tatsächlich zu einem Programmfehler, schickt das Skript einen Fehlerbericht an Sentry-Server, damit du als Betreiber davon erfährst. Diese Server stehen standardmäßig in den USA, du kannst bei der Einrichtung deines Sentry-Kontos aber auch Deutschland als Standort wählen.

Cookies setzt Sentry im Normalbetrieb keine – das ändert sich erst, wenn du die zusätzliche Aufnahme-Funktion für Nutzersitzungen aktivierst, die dann einen Speichereintrag im Browser deiner Besucher anlegt. Weil Daten an einen externen Anbieter fließen, brauchst du außerdem einen Vertrag mit Sentry, der genau regelt, was mit diesen Daten passiert – Sentry bietet diesen Vertrag direkt zum Abschluss an.

Sentry und DSGVO: Datenübertragung zu Sentry-Servern in den USA
Beim Laden deiner Seite verbindet sich Sentry automatisch mit seinen Servern in den USA und überträgt Fehlerdaten – dein Cookie-Banner muss diese Verbindung blockieren, bis der Besucher zustimmt.

Cookies

Setzt Sentry Cookies bei deinen Besuchern?

Sentry setzt im Normalbetrieb keine Cookies – das reine Fehler-Tracking kommt ganz ohne aus. Anders sieht es aus, wenn du die zusätzliche Aufnahme-Funktion für Nutzersitzungen aktivierst, mit der du dir anschauen kannst, was ein Besucher auf deiner Seite gemacht hat, bevor ein Fehler auftrat. Diese Funktion legt einen Speichereintrag im Browser an, der die laufende Aufnahme steuert. Dieser Eintrag zählt zur zustimmungspflichtigen Klasse, weil er an eine Funktion gekoppelt ist, die Interaktionen deiner Besucher aufzeichnet.

Ein Speichereintrag lässt sich technisch nicht wie ein klassisches Cookie über Cookie-Einstellungen blockieren – dein Cookie-Banner muss stattdessen direkt das Skript blockieren, das diese Aufnahme-Funktion startet, bis der Besucher zustimmt. Nutzt du die Aufnahme-Funktion nicht, brauchst du dir um dieses Thema keine Gedanken zu machen.

Externe Verbindungen

Warum baut Sentry eine externe Verbindung auf?

Sentry lädt sein Skript über eine eigene Adresse von Sentry-Servern – und genau diese Verbindung entsteht bei jedem Seitenaufruf automatisch, ganz unabhängig davon, ob ein Fehler passiert oder nicht. Nach Einschätzung von avalex.de lässt sich der Einsatz von Sentry nicht über ein berechtigtes Interesse rechtfertigen, weil die Datenverarbeitung nicht im Interesse deiner Besucher liegt, sondern ausschließlich dir als Betreiber beim Debuggen hilft. Deshalb muss dein Cookie-Banner diese Verbindung blockieren, bis der Besucher zustimmt.

Drittlandtransfer

Werden die Daten deiner Besucher in die USA übertragen?

Sentry gehört der Functional Software, Inc. mit Sitz in San Francisco – standardmäßig landen die Verbindungsdaten deiner Besucher damit in den USA. Sentry hat sich für dieses US-Datenschutz-Abkommen mit der EU zertifizieren lassen, das solche Datentransfers unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Wenn dir das nicht reicht, kannst du bei der Einrichtung deines Sentry-Kontos alternativ Deutschland als Speicherort auswählen – dann bleiben die Daten deiner Besucher in der EU. Diese Wahl triffst du einmalig beim Anlegen des Kontos und kannst sie später nicht mehr ändern.

Auftragsverarbeitung

Brauchst du einen Vertrag mit Sentry?

Weil Sentry Daten deiner Website-Besucher in deinem Auftrag verarbeitet, brauchst du mit Functional Software, Inc. einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, der regelt, wie mit diesen Daten umgegangen wird. Sentry stellt diesen Vertrag direkt in den Kontoeinstellungen zum Abschluss bereit – du musst dafür nicht extra Kontakt aufnehmen oder einen eigenen Vertrag aushandeln.

Datenschutzerklärung

Muss Sentry in deine Datenschutzerklärung?

Sentry muss namentlich in deine Datenschutzerklärung, weil das Tool bei jedem Seitenaufruf automatisch Verbindungsdaten deiner Besucher an US-Server überträgt. e-recht24.de führt Sentry ausdrücklich als Dienst auf, über den Website-Betreiber ihre Besucher informieren müssen.

TEXTVORSCHLAG FÜR DEINE DATENSCHUTZERKLÄRUNG
Unverbindliches Beispiel — ersetzt keine Rechtsberatung. Passe ihn an deine Nutzung an.

Wir nutzen Sentry für Fehler- & Performance-Überwachung.

Sentry setzt beim Laden der Website Cookies bzw. ähnliche Kennungen ein und baut eine Verbindung zu Servern von Functional Software, Inc. auf. Beides ist nicht technisch notwendig und erfolgt auf Grundlage deiner Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Dabei können unter anderem die IP-Adresse sowie Browser- und Geräteinformationen verarbeitet werden. Du kannst deine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Bei der Nutzung von Sentry kann eine Übermittlung personenbezogener Daten in die USA stattfinden. Grundlage der Übermittlung ist das EU-US Data Privacy Framework.

Im Rahmen der Nutzung von Sentry werden Daten an Functional Software, Inc. übermittelt. Soweit Functional Software, Inc. diese Daten in unserem Auftrag verarbeitet, besteht ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO.

Alternative

Gibt es datenschutzfreundlichere Alternativen zu Sentry?

Hier siehst du, wo Sentry im DSGVO-Vergleich zu anderen Fehler- & Performance-Überwachung steht – sortiert nach Datenschutzarbeit. So erkennst du auf einen Blick, ob es Alternativen mit weniger Datenschutzaufwand gibt oder Sentry in Sachen Datenschutz bereits gut aufgestellt ist.

Alternativen nach Datenschutzaufwand

New Relic New Relic überträgt Performance- und Nutzungsdaten deiner Besucher automatisch an einen US-Anbieter – dein Cookie-Banner muss das blockieren. hoher Aufwand
Du bist hier Sentry Sentry überträgt bei jedem Fehler technische Verbindungsdaten deiner Besucher an Server in den USA – Fachquellen stufen das als einwilligungspflichtig ein. hoher Aufwand

Alle Alternativen anzeigen

Fehler

Welche Fehler kommen bei Sentry in unseren DSGVO-Checks am häufigsten vor?

Sentry taucht bei 4 % der Websites auf, die unser DSGVO-Scanner bisher geprüft hat. Dabei wurden folgende Fehler festgestellt:

1
Externe Verbindungen ohne Einwilligung gestartet
100 %
2
Fehlende Einträge in der Datenschutzerklärung
75 %

Prozentangaben beziehen sich auf Websites, bei denen Sentry gefunden wurde.

DSGVO-Check

Was bringt dir ein DSGVO-Check auf datenrein.de bei Sentry?

Ob Sentry auf deiner Website mit Standardeinstellungen läuft oder ob zusätzliche Funktionen wie die Aufnahme von Nutzersitzungen aktiv sind, siehst du von außen kaum – ein Scan zeigt dir direkt, welche Verbindungen und Speichereinträge Sentry bei dir tatsächlich mitbringt, statt dass du das mühsam selbst nachvollziehen musst.

Jeder DSGVO-Scan liefert uns außerdem echte Signale, die wir bekannten Tools zuordnen oder als neuen Fall in unsere Recherche aufnehmen – dadurch erkennt datenrein.de mit der Zeit immer mehr Tools zuverlässig, wovon am Ende jeder profitiert, der seine Website prüfen will.

Datenschutz-Scan

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