Snap Pixel und Datenschutz: Tracking-Code, der ohne Einwilligung nicht starten darf

Snap Pixel ist ein Tracking-Code von Snap Inc., der auf deiner Website läuft und Besucheraktionen an Snapchat meldet. Das klingt nach einer kleinen technischen Einbindung, bringt aber eine Reihe an Datenschutzpflichten mit sich: Marketing-Cookies, eine Verbindung in die USA, einen Vertrag mit Snap und mehrere Pflichtangaben in der Datenschutzerklärung.

Überblick

Was ist Snap Pixel?

Snap Pixel ist ein Tracking-Dienst von Snap Inc. für Websites. Der Code misst, was Besucher auf deiner Website tun – zum Beispiel ob sie etwas kaufen oder sich registrieren – und verknüpft diese Aktionen mit deinen Snapchat-Anzeigen. So kannst du sehen, welche Anzeige zu welchem Ergebnis auf deiner Website geführt hat.

Snap Pixel und Datenschutz im Überblick

CookiesSnap Pixel setzt Marketing-Cookies, die Besucher identifizieren und tracken. Einwilligung ist erforderlich.
Externe VerbindungenDer Pixel-Code baut beim Laden der Seite eine Verbindung zu Snap-Servern auf. Diese Verbindung darf ohne Zustimmung nicht starten.
DatenschutzerklärungSnap Pixel muss in der Datenschutzerklärung genannt werden, inklusive Zweck, Rechtsgrundlage, Empfänger und USA-Übertragung.
DrittlandtransferSnap Inc. sitzt in den USA. Besucherdaten werden dorthin übertragen.
AuftragsverarbeitungSnap stellt einen Datenverarbeitungsvertrag bereit, den du über die Snap-Geschäftsbedingungen abschließt.
Eingaben durch BesucherWenn du bestimmte Ereignisse eingerichtet hast – zum Beispiel Kauf oder Registrierung – überträgt Snap Pixel dabei auch Formularinhalte wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.

Datenverarbeitung

Welche Daten verarbeitet Snap Pixel?

Snap Pixel läuft im Hintergrund deiner Website. Sobald jemand eine Seite aufruft, schickt der Code Informationen an Snap Inc.: IP-Adresse, Browser-Typ, eine Cookie-ID zur Besuchererkennung und Angaben darüber, was auf der Seite passiert ist – zum Beispiel ein Seitenaufruf, ein Klick auf ein Produkt oder ein abgeschlossener Kauf.

Snap nutzt diese Daten, um deine Snapchat-Anzeigen mit dem Verhalten auf deiner Website zu verknüpfen und Kampagnen zu optimieren. Je nachdem, welche Ereignisse du eingerichtet hast, können dabei auch E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Bestelldetails übertragen werden.

Cookies

Setzt Snap Pixel Cookies auf meiner Website?

Snap Pixel setzt Marketing-Cookies. Die Cookie-Namen lauten _scid und _scid_r. Der Cookie _scid weist jedem Besucher eine eindeutige ID zu, mit der Snap nachverfolgt, ob dieselbe Person mehrere Seiten aufgerufen oder auf eine Anzeige geklickt hat. 

Außerdem nutzt Snap Pixel nach eigenen Angaben auch den lokalen Browserspeicher zur Besuchererkennung. Diese Cookies dürfen erst gesetzt werden, nachdem ein Besucher aktiv zugestimmt hat. Dein Cookie-Banner muss Snap Pixel in der Kategorie Marketing oder Werbung einordnen und blockieren, bis die Zustimmung erfolgt.

Externe Verbindungen

Baut Snap Pixel Verbindungen zu externen Servern auf?

Snap Pixel lädt beim Aufruf deiner Website ein JavaScript-Skript von sc-static.net und sendet danach Ereignisdaten an tr.snapchat.com. Diese Verbindungen starten automatisch, sobald jemand eine Seite aufruft – ohne irgendeine Aktion des Besuchers.

Dabei wird die IP-Adresse des Besuchers direkt an Snap übertragen. Das ist eine Datenübertragung in die USA, die ohne Zustimmung des Besuchers nicht erlaubt ist. Dein Cookie-Banner muss das Snap-Pixel-Skript blockieren, bis ein Besucher zugestimmt hat. Erst nach der Zustimmung darf die Verbindung zu Snap aufgebaut werden.

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Benutzereingaben

Überträgt Snap Pixel Daten, die Besucher eingeben?

Snap Pixel überträgt Benutzereingaben, wenn du entsprechende Ereignisse eingerichtet hast.

Wenn du zum Beispiel ein Kaufereignis konfiguriert hast, kann Snap Pixel dabei E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Bestellpreis, Währung und Bestellnummer an Snap übertragen. Das gilt auch für Registrierungsereignisse, bei denen Snap Pixel E-Mail-Adresse oder Telefonnummer weitergeben kann.

Hast du keine solchen Ereignisse eingerichtet, überträgt Snap Pixel keine Formularinhalte – aber weiterhin Besuchs- und Verhaltensdaten.

Drittlandtransfer

Werden durch Snap-Pixel Daten in die USA übertragen?

Snap Pixel überträgt Daten der Website-Besucher an Snap Inc. in Santa Monica, Kalifornien, USA. Snap verarbeitet Daten außerdem über Snap ULC in Kanada und Snap Aus Pty Ltd in Australien.

Die USA gelten aus europäischer Datenschutzsicht als Land ohne gleichwertiges Datenschutzniveau. Snap hat mit der EU vereinbart, dass Datenübertragungen in die USA unter bestimmten Bedingungen erlaubt sind. Diese Vereinbarungen sind im Datenverarbeitungsvertrag von Snap hinterlegt. Du musst diesen Sachverhalt in deiner Datenschutzerklärung offenlegen.

Auftragsverarbeitung

Muss ich mit Snap Inc. einen Vertrag abschließen?

Snap Inc. verarbeitet Besucherdaten in deinem Auftrag, wenn du Snap Pixel auf deiner Website einsetzt.

Snap stellt dafür einen Datenverarbeitungsvertrag bereit. Dieser Vertrag ist in die Snap-Geschäftsbedingungen eingebunden und gilt automatisch, wenn du Snap Business Services nutzt – also wenn du ein Snap-Ads-Konto hast und den Pixel darüber einrichtest. Du solltest prüfen, ob du die aktuellen Snap Business Terms akzeptiert hast, denn darin ist der Datenverarbeitungsvertrag enthalten.

Datenschutzerklärung

Was muss ich wegen Snap Pixel in der Datenschutzerklärung angeben?

Snap Pixel muss in der Datenschutzerklärung deiner Website genannt werden. Folgende Angaben sind erforderlich:

  • Zweck: Conversion-Tracking und Optimierung von Snapchat-Werbekampagnen.
  • Rechtsgrundlage: Einwilligung des Website-Besuchers.
  • Empfänger: Snap Inc., Santa Monica, Kalifornien, USA.
  • Drittlandtransfer: Übertragung von Daten an Snap Inc. in die USA. Snap hat mit der EU Vereinbarungen getroffen, die diese Übertragung absichern.
  • Speicherdauer: Abhängig von den Snap-Einstellungen und den gesetzten Cookies.

Wenn du erweiterte Ereignisse eingerichtet hast, bei denen E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Bestelldaten übertragen werden, musst du das ebenfalls angeben.

Alternative

Gibt es eine datenschutzfreundlichere Alternative zu Snap Pixel?

Snap Pixel ist der einzige Weg, um Snapchat-Anzeigen mit dem Verhalten auf deiner Website zu verknüpfen. Es gibt keine datenschutzfreundlichere Alternative, die denselben Zweck erfüllt.

Allgemeine Webanalyse-Dienste wie Matomo oder Plausible können Besucherzahlen und Kampagnenklicks messen, aber sie ersetzen nicht die Snap-spezifische Conversion-Messung und Anzeigenoptimierung. Wenn du Snapchat-Anzeigen schalten willst, kommst du um Snap-Pixel nicht herum.

Fehler

Typische Datenschutzfehler mit Snap Pixel

Der häufigste Fehler ist, dass Snap Pixel ohne Einwilligung der Besucher geladen wird. Das passiert, wenn der Cookie-Banner das Skript nicht blockiert oder wenn Snap Pixel außerhalb des Cookie-Banners eingebunden ist – zum Beispiel direkt im WordPress-Theme oder über ein Plugin, das der Cookie-Banner nicht steuern kann.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist eine fehlende oder unvollständige Datenschutzerklärung: Viele Website-Betreiber vergessen, Snap-Pixel dort zu nennen, oder tragen es zwar ein, lassen aber den USA-Transfer oder die Einwilligungsgrundlage weg.

Wenn du erweiterte Kaufereignisse nutzt und dabei E-Mail-Adressen übertragen werden, ohne dass das in der Datenschutzerklärung steht, ist das ebenfalls ein Problem.

DSGVO-Check

So erkennst du Snap Pixel auf deiner eigenen Website

Du kannst selbst prüfen, ob Snap Pixel auf deiner Website aktiv ist. Öffne dazu deinen Browser und prüfe vor der Zustimmung im Cookie-Banner, ob bereits Cookies gesetzt wurden. Die Cookie-Namen, auf die du achten solltest, lauten _scid und _scid_r. Wenn du diese Cookies siehst, bevor du dem Cookie-Banner zugestimmt hast, ist Snap Pixel falsch eingebunden.

Außerdem kannst du im Browser-Entwicklerwerkzeug unter „Netzwerk“ prüfen, ob deine Website Verbindungen zu tr.snapchat.com oder sc-static.net aufbaut. Auch hier gilt: Diese Verbindungen dürfen erst nach einer aktiven Zustimmung starten. Alternativ kannst du deine Website mit einem Datenschutz-Scan prüfen, der diese Cookies und Verbindungen automatisch erkennt.

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